
Jens Neumann, *1986 in Wiesbaden – aufgewachsen in Klein-Winternheim ist seit über zehn Jahren als Grafikdesigner, Art-Director und Fotograf tätig. Seine Fotografie hat daher eine grafische Handschrift. Die Bildsprache ist dabei klar: Weniger ist mehr. Dies zeigten bereits Ausstellungen für KIWI in den Jahren 2022 und 2019
Grün – die ambivalente Farbe
Die Farbe „Grün“ war schon immer eine ambivalente Farbe. Schaut man auf die positiven, wie negativen Assoziationen mit der Farbe „Grün“ so haben wir im positiven viele menschliche Sehnsüchte wie die Natur, Leben, Wachstum sowie Hoffnung oder Erneuerung. Auf der anderen Seite haben wir negative Bedeutungen wie das grüne Gift oder Gefahr, Grün vor Neid sein oder die unreife, noch grüne Frucht.
Wenn man länger darüber nachdenkt, stellt man fest: Das Leben ist grün – das Leben ist ambivalent. Wir haben Sehnsucht nach Wachstum, Erneuerung, Leben im Einklang mit der Natur und auf der anderen Seite macht uns diese Perspektive Angst. Was, wenn mein Wunsch nach mehr natürlichem Leben offenbart, das ich bisher immer im nicht im Einklang mit dieser gelebt habe?
Vielleicht verpasse ich aber auch gerade den richtigen Zeitpunkt, die für mich noch unreife Frucht, die gestern noch zu grün war, ist am nächsten Tag matschig und braun geworden. Zu spät. Hätte ich doch nicht auf den richtigen Zeitpunkt gewartet.
In meiner Fotoserie setze ich mich mit „Grüner Ambivalenz“ auseinander. Meine Fotos sollen keine konkreten Motive sein, sondern im Stil der „New Colour Photography“. In dieser Bewegung der 70er-Jahre ging es nicht um komplexe Motive, sondern die Farbe die Bedeutung, Stimmung und Aussage des Bildes übermittelt. Dabei kann das Motiv sehr banal oder minimalistisch sein.
„One day baby, we’ll be old… and think of all the stories that we could have told“
Asaf Avidan
